Category: Worte in Vielfalt


.

Literatur-TV im Internet

Der Arzt und Autor Dr. Nicolas Nowack interviewt den Schriftsteller Uwe Friesel zu dessen Leben und Lebenswerk.

Uwe Friesel (geb. 1939) war der erste gesamtdeutsche Vorsitzende des Verbands Deutscher Schriftsteller (VS) nach der deutschen Wiedervereinigung und ist vor Kurzem nach Salzwedel gezogen. Friesel war Mitbegründer der „Autoren-Edition“ und ist Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit des Hamburger VS.

Das 2 stündige Gespräch fand 2011 statt im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (im „Hanseat“) der schon legendären Salzwedeler Kulturreihe „Jour Fixe“ und wurde aufgezeichnet vom oks, der es nun ausstrahlt.

“Uwe Friesel – Ein Leben in Literatur. Nicolas Nowack interviewt den Schriftsteller Uwe Friesel”, ist zu sehen im Livestream auf

<www.ok-salzwedel.de>

am 10.06. 2011, um 10 Uhr (Wiederholungen ca. alle 3 Stunden).

In der Sendung angesprochene

Werke von Uwe Friesel (Auswahl):
Sein erster freier Fall (Roman, C. Bertelsmann),

Aufrecht flussabwärts (Lyrik, Heyne),

Im Schatten des Löwen (Roman, C. Bertelsmann),

Goldaugenmusik (Kriminalroman mit Richard Hey; Leda)

 

Danke an Axel Flitsch und seinen Artikel über Cosia Immerscheen in Kultur Szene:

http://www.kultur-szene.de/print/1106.pdf

 

übernommen von Cosia Immerscheen

International Contemporary Artists Book , Vol. 2, 2011

 

Im Mai 2011 erscheint die zweite Ausgabe von “International Contemporary Artists Book”, ICA Publishing, New York und Athen 2011, ISBN 978-960-93-2985-9

Darin gemeinsam mit 286 Künstlern aus 40 Ländern der Welt: Cosia Immerscheen

Cosia Immerscheen says:

I am making digital artworks with sunny-side-ups in the pan and I call it EGGart.

On my EGGart-website, time is tuned down loud und gentle, foggy clear und full of doubts with exquisite and high demanding to be true.

Because – is there anyone in a position to find the right words, to get to the bottom of all secrets und myteries of life?

Let us try to approach with my EGGart.

I am in a wonderful position – there is no pressure to have valid answers. For me in case of sure doubts, my answer always will be:

All is focussed in that wonderful little egg, turning out, proving, showing in a little sunny-side-up!

Egg = mc2

Am Ort des Geschehens – wenn Küche, Herd und Bratpfanne zum Atelier werden

 

 

Rotwerden – na ja, meinen die Eier, wenn man so zu Ehren kommt…

 

Die kleinste aller Schöpfungsgeschichten
von Johanna Renate Wöhlke

Vielfalt

Als es Gott in den Sinn gekommen war, die menschliche Welt zu erschaffen, machte er viele Versuche. Jeder gute Baumeister hat keine festen Pläne im Kopf, er spielt und experimentiert mit Möglichkeiten. Er entwirft und verwirft. Er sieht und begutachtet. Er testet und entscheidet. Gott ist ein omnipotenter Planer und Spieler, ein Allmöglichkeitenspieler. Weil das so ist, hat er aus göttlicher Weisheit und wissendem Mitgefühl auch den Menschen ähnliche Möglichkeiten eingeräumt, aber davon will ich später erzählen.

Er nahm sich also Papier, vielleicht auch Stoff, malte sich seine Welt in bunten Farben und vielfältigen Formen auf und begann, mit den Abbildern seiner Welt zu experimentieren. Glatt und schön sollte die Welt aussehen,  so fand er zuerst.

Er malte und malte -  und malte das Meer. Das Meer war eben und lag wie ein schwerer Teppich auf der Erde. Aber nach einer Weile langweilte sich Gott bei seinem Anblick. Schöner, dachte er, schöner ist es mit Verwerfungen und etwas Unruhe. Er begann, das Meer hin und her zu schieben. So entstanden Falten. Gott nannte sie Wellen.

Gott empfand immer mehr Freude daran, mit seiner Schöpfung zu spielen und begann, auch die ebene Erde hin und her zu schieben, sie zu verwerfen, zu falten und zu fälteln und zu erproben, wie flexibel sie sein könnte. So entstanden Erdfalten. Gott nannte sie Hügel, Berge, Klippen und Gebirge. Er verbog und verkantete, schichtete sie schroff, legte zusammen und zog auseinander, verformte und verrunzelte mit Freude.

Immer vielschichtiger wurde die Welt. Immer mehr formte sich ihr Gesicht und entwickelten sich ihre Konturen. Am Ende erwachte sie im Glanz der Morgensonne, versank im Glühen der Abendsonne und immer waren es die göttlichen Falten, die der Erde dabei ihre bizarre, strahlende Schönheit schenkten. Ich werde sie Ruga nennen, dachte Gott, Ruga, die Gefaltete.

An dem Tag, als Gott den Menschen erschuf, war es windstill über den Meeren. So wurde auch der Mensch  glatt, jung und schön und doch hatte er auch Falten. Denn Gott  hatte Gefallen gefunden an seiner vielfaltigen Welt.

Der Mensch besah sich die göttliche Welt. Er durchstreifte sie, eroberte sie so gut er konnte. Doch immer mehr fühlte er ein Unvermögen. Immer unzufriedener wurde er. Er besah das Meer und konnte keine Wellen machen. Er besah die Berge und konnte keine Hügel aufschichten und Täler formen. Er eroberte sich den Himmel und konnte doch nicht eine einzige Wolke daran hindern, ihren ureigenen Lauf zu nehmen.

Gott sah, dass der Mensch unzufrieden war. Das beunruhigte ihn und er dachte bei sich: Ich sollte ihm ein Spielzeug geben, ein Spielzeug, das ihn für die Zeit seines Erdenlebens wenigstens ein wenig zufriedener macht – und er erinnerte sich an seine ersten Zeichnungen, die er von der Welt gemacht hatte. Und Gott suchte und fand die Papiere und Stoffe mit den Zeichnungen und gab sie dem Menschen.

Als der Mensch diese göttlichen Zeichnungen sah, war er begeistert. Er riss sie Gott aus der Hand und begann sofort, damit zu spielen. Er verbog und verkantete, schichtete sie schroff, legte zusammen und zog auseinander, verformte und verrunzelte mit Freude. Endlich war die Welt ein Spielzeug in seinen Händen. Er konnte sie formen nach seinem Bild.

Gott setzte sich zufrieden neben den Menschen, schaute ihm zu, ermunterte ihn erwartungsvoll und neugierig zu immer wieder neuen Spielen mit den göttlichen Entwürfen der Welt und dachte bei sich: Das habe ich gut gemacht. Der Mensch ist fähig zu seinen Werken, wenn ich ihm meine in die Hand gebe. Das soll Kunst genannt werden.

Und Gott lehnte sich zurück und war glücklich.

( geschrieben am 22. April 2011)

Dirk Jung, Künstler aus Duisburg, hatte am 19. April 2011 eine Idee:

Er suchte einen Titel für ein Kunstwerk und forderte seine Kontakte auf facebook auf, Titelvorschläge zu machen. Dass ich gewonnen habe, freut mich natürlich sehr – und so trägt das Kunstwerk von Dirk Jung auf dieser Seite nun den Titel:

“Sex mal schwarz im Quadrat”

Sex mal schwarz im Quadrat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie spannend es sein kann, einen Titel für ein Kunstwerk zu finden, zeigen die unterschiedlichen Vorschläge, die gemacht worden sind:

Die Quadratur des Leibes/  Abgeblockt/  Private Act/ Versuchung/   Hoffentlich sieht der Papst nicht auf den Boden/   blackbox/   Nicki/   Quotenfrau/   Quadratur der weiblichen Rundung/   Quadratur der männlichen Phantasie/   Secrets of a woman/   Das Verlorene/   Frauen vertuschen immer im Quadrat hoch drei/   Anonymusch

Dirk Jung über seine Arbeit:

Die Faszination der Malerei entdeckte ich in meiner Jugend und führe die Malerei seitdem als Autodidakt weiter fort.

Ab Mitte der 90er Jahre begann ich meine Kunst auch der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Meine ersten Ausstellungen veranstaltete ich in meiner Heimatstadt Duisburg. Da diese einen guten Anklang fanden, suchte ich mir in Düsseldorf weitere Ausstellungsmöglichkeiten, wo ich in den unterschiedlichsten Unternehmen meine Kunst präsentieren konnte.

Im Juli 1996 war es dann soweit, ich konnte das Ballhaus im Nordpark in Düsseldorf für eine große Ausstellung gewinnen. Hierdurch bekam ich weitere Kontakte und bewarb mich auf Empfehlung bei einer Ausstellung / Auktion „Wunschbilder“, welche im Landesmuseum für Volk und Wirtschaft in Düsseldorf stattfand.

Anschließend div. Ausstellungen wie z. B. im damaligen Autohaus Becker in Düsseldorf.

2007 – Internetauftritt:

http://www.bietekunst.de

2010 – ART FAIR NRW / Ruhr2010

Zu meinen Kunstwerken: die Komposition sowie die Farbgestaltung – zum Teil Richtung POP ART – rücken in meinen Werken in den Vordergrund.

Harry Springer feierte seinen 60. Geburtstag und Andreas Göhring machte für ihn eine Sonderausgabe Seite 1 des Hamburger Abendblattes, pardon Altenblattes…:-))))
“Mezzotinto”, eine kleine Literaturzeitschrift in Hamburg, die beide gegründet hatten, war für mich eine wichtige Station im Leben. Bei Harry habe ich zum ersten Male meine Gedichte präsentiert und gelesen. Wir haben viele gemeinsame Veranstaltungen miteinander gehabt. Dass Andreas mich dann zur Stil Ikone im Post Kapitalimsus machte – es hat mich natürlich sehr gefreut!
Ihr beiden “Mezzotintler”, noch einmal danke für schöne gemeinsame Stunden und Erfahrungen! Es ist noch nicht vorbei!

Harry Springer

Andreas Göhring

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder öffnet der “Markt der Kostbarkeiten” seine Türen im Falkcafé in Hamburg-Neugraben. Ich werde dort meine Bücher zeigen. Cosia Immerscheen ihre Vestidoarte- Gewänder.

Verschiedene Aussteller und Künstler aus Hamburg laden ein, ihre Kostbarkeiten anzuschauen und zu kaufen und natürlich auch zu Kaffee, Kuchen und Musik.

wo: Heidrand 5, 21149 Hamburg

wann: 10. April 2011, 12 bis 17 Uhr

Prof. Dr.-Ing.Moustafa Abdel-Maksoud

 

Dr. Wolf Tekook ( rechts)

Die Ausstellung “Comfortable Landscapes” von Dr.Wolf Tekook ( WolfTek) ging mit einer interessanten und informativen Gesprächsrunde mit Professor Dr.-Ing. Moustafa Abdel-Maksoud zu Ende, head of department des Institutes für Fluiddynamik an der Technischen Universität in Hamburg Harburg.

Der in Ägypten geborene Wissenschaftler stand Rede und Antwort zu Fragen rund um Veränderungen, wie sie sich gerade in seinem Geburtsland und in der arabischen Welt vollziehen – ein idealer Abschluss für eine Ausstellung, deren Bilder Wandlungen und Veränderungen zum Thema hatten.

Ich bedanke mich noch einmal sehr herzlich bei Professor Abdel-Maksoud für die Bereitschaft, mit uns diese Ausstellung auf so hohem Niveau zu beenden.  Wissen und persönliche Erfahrungen ergänzten sich ideal mit den Bildern und deren Inhalten. Den Gästen und Freunden danke ich für das intensive Gespräch und das Interesse. Vielleicht sehen wir uns bei der nächsten Ausstellung wieder!
Johanna Renate Wöhlke, Kuratorin

 

Comfortable Landscapes – Impressionen von der Vernissage

 

Faltungen und menschliche Türme 

Schriftsteller Uwe Friesel vor gefalteten Landschaften 

Besucherdiskussionen 

Faltungen sorgen für Gesprächsstoff 

Gut gefüllte Galerie 

Uwe Friesel liest aus seinen Werken 

 

Uwe Friesel

las für das Publikum der Ausstellungseröffnung seinen Text: “Zwischen allen Stühlen ist der Platz des freien Autors” in einer extra für diese Veranstaltung gestalteten Fassung eines Essays, der vor zwanzig Jahren entstanden ist -  genau zu der Zeit übrigens, als WolfTek mit seiner Bildbearbeitung am Computer begann. Dreißig Minuten lang faszinierende Gedanken über Kunst und Kultur im politischen Kontext der Wiedervereinigung vor zwanzig Jahren. Gedanken, deren Aktualität noch heute gegeben ist, Gedanken, die anschließend in der Diskussion grundlegende Fragen des Verhältnisses von Kunst und Gesellschaft berührten – immer aktuell bleibend und deshalb im Kontext der Ausstellung Verbiegungen, Verwerfungen, Veränderungen auf eine umfassende Weise beleuchtend. Wir danken für diesen wunderbaren Beitrag und drucken ihn hier ab.

Uwe Friesel und Wolf Tekook im Gespräch 

Uwe Friesel

Zwischen allen Stühlen ist der Platz des freien Autors

Geschichte, das haben freie Geister immer wieder erkennen müssen, ist nicht berechenbar. Sie entzieht sich dem Kalkül. Sie gleicht dem Anbranden von Meereswellen an die Küste unserer Gegenwart, von wo aus wir sie betrachten. Will sagen, wir betrachten sie nie an sich, nie als Gegenwärtiges, sondern stets in ihrer Wirkung auf uns, von heute aus. Geschichte ist die Wirkung von Vergangenheit auf die Gegenwart. Je nach geographischer Lage und politischer Absicht wird sie unterschiedlich interpretiert. Ihre Darstellung ist deshalb schwierig, fast wie ein Orakel. Hochrechnungen in die Zukunft gelingen noch seltener, und wenn, dann nur in vergleichsweise harmlosen Regelkreisen.

 

Comfortable Landscapes von WolfTek

Biegungen und Rundungen, wo man sie nicht erwartet, sind Thema der Einzelausstellung

Comfortable Landscapes von WolfTek

die ab dem 27. November 2010 in der
Helmspark- Galerie

zu sehen ist.

Vernissage: Samstag, 27.November 2010, 14:00

Gezeigt werden Landschaftsbilder,

ErnteErnte 

Bilder aus dem Bereich der Architektur,

AntikeAntike 

Abstraktionen der Erdoberfläche

MediocrienMediocrien 

sowie dazu passende Leuchtobjekte.

Zauberwald und DurchblickZauberwald und Durchblick 

Die Ausstellung wird bis zum 26. März 2011 zu sehen sein.

Zur Vernissage

erwarten wir den ehemaligen Bundesvorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Uwe Friesel.

Wort und Bild werden bei dieser Vernissage in besonderer Weise aufeinander treffen.

Biegungen und Rundungen, wo man sie nicht erwartet – Strukturen und Abläufe, die so nicht erkennbar waren und sich doch auf die ihnen eigene Weise entfalten und Realitäten gebildet haben.

Diese Gedanken sind es, die sich in der neuen Ausstellung der Helmspark-Galerie und dieser besonderen Vernissage ebenfalls auf die ihnen eigene Weise entfalten sollen:

Der Künstler WolfTek, Dr Wolf Tekook, aus Krefeld und der in der Kulturlandschaft Deutschlands bekannte und sie mit geprägt habende Schriftsteller Uwe Friesel begegnen sich auf die ihnen eigene Weise in Bild und Text.

Uwe Friesel in der Helmspark Galerie begrüßen zu können, ist mir eine besondere Freude. Er ist der erste, auf dem historischen Kongress von 1991 in Travemünde von Ost- wie Westautoren gemeinsam gewählte Präsident des Verbands deutscher Schriftsteller, damals noch IG Medien, heute ver.di.

Was er vor allem bei dem damaligen Innenminister Schäuble – bereits im Rollstuhl, aber noch voller Elan wegen der sich abzeichnenden Vereinigung der beiden deutschen Staaten –  bewirken wollte, war, dass man nicht die Kultureinrichtungen der alten DDR “abwickelte” und in Bausch und Boden für ideologisch verseucht erklärte.

Uwe Friesel: „Der Bach der Thomaner war eben Bach, und zwar der beste auf der Welt, und die ostdeutsche Heine-Ausgabe war besser als die westdeutsche. Hat auch schließlich in großem Umfang geklappt, mit Ausnahme der Leipziger Bücherverklappung. Die war schrecklich.“

Seine kurze Lesung trägt den Titel: „Zwischen allen Stühlen ist der Platz des freien Autors“. Es handelt sich dabei um einen extra für diese Vernissage umgeschriebenen Text, den Uwe Friesel 1992 im Rahmen der Reihe „Dichter predigen“ in Schleswig Holstein gehalten hat und der heute, nach 20 Jahren Wiedervereinigung, in seiner Aktualität und Brisanz aufmerksame Zuhörer finden dürfte.

Aus dieser Perspektive ist der Text geschrieben, den Uwe Friesel lesen wird und über den wir miteinander mit dem Künstler und seinen Werken und dem Publikum ins Gespräch kommen wollen: Biegungen und Rundungen, Strukturen, Abläufe und die Position des Betrachters der Bilder WolfTeks verflochten mit den Gedanken eines kritischen Schriftstellers – ein mehr als spannender Nachmittag im Miteinander der Künste und Diskussion ist also gewiss!

wolf TekookWolf Tekook 

Uwe FrieselUwe Friesel